Liebe Netzwerker:innen, Interessierte und Partner:innen.
Das Jahr hat turbulent begonnen. Wir sind voller Élan gestartet und mussten dann kurzfristig – wie Viele von Ihnen auch – Veranstaltungen und Netzwerktreffen, Fortbildungen und Mitgliederversammlungen absagen. Das bedauern wir sehr. In der Zwischenzeit sind wir aus dem Home-Office aktiv geworden. Was wir dabei bereits alles gestemmt haben und in Zukunft umsetzen wollen, möchten wir Ihnen heute mitteilen.
Soviel sei schon einmal verraten, die Digitalisierung hat uns eingeholt. Alles dreht sich derzeit um die Fragen:
Wie kann die Arbeit rund um Bürgerschaftliches Engagement verstärkt digital stattfinden?
Wie kann man trotz Kontaktverboten und Ausgangsrestriktionen auch die Menschen erreichen, die keinen Zugang zu den Online-Angeboten haben?
Und vor allem: Wie kann freiwilliges Engagement in Zeiten der Corona-Krise erfolgen und organisiert werden und zu einem solidarischen Miteinander beitragen?
Wir hoffen Ihnen ein paar Antworten auf diese Fragen geben zu können.
Viel Freude beim Lesen!
Schöne Grüße,
vom Team der Landesfreiwilligenagentur Berlin
P.S.: Der Newsletter #5 erscheint voraussichtlich vor den Sommerferien
Inhalt
- Die Landesfreiwilligenagentur Berlin – Engagiert in der Corona-Zeit
- Engagiert in der Corona-Zeit – ein Lern.Ort.Engagement
- Neues aus den Projekten
- Die 13. Berliner Freiwilligenbörse = online und digital
- Beratungsforum Engagement für Geflüchtete (BfE)
- DiNa-Treff
- Freiwillig engagiert: LSBTIQ*
- Lebendige Nachbarschaften – LeNa
- Aktuelles aus der Netzwerkentwicklung
- Termine
- Die Landesfreiwilligenagentur digital
- Spenden
Die Landesfreiwilligenagentur Berlin – Engagiert in der Corona-Zeit
Die Mitarbeitenden der Landesfreiwilligenagentur Berlin arbeiten derzeit in allen Projekten daran, das spontane, informelle Engagement und die organisierten, etablierten Strukturen der Freiwilligenagenturen, Verbände und Organisationen sichtbar und zugänglich zu machen.
Hierzu stehen wir aktiv in engem Austausch mit unseren Netzwerk- und Kooperationspartner*innen zu folgenden Fragen: Wie geht es euch als Organisation in der Corona-Krise? Welche zusätzlichen und neuen Aufgaben habt ihr als Freiwilligenkoordinator*innen und Freiwilligenmanager*innen derzeit? Welchen Unterstützungsbedarf habt ihr?
Dabei fungieren wir als kompetente Ansprechpartnerin für Sorgen & Nöte und haben den berlinweiten Überblick über den derzeitigen Ist-Zustand in der Freiwilligenkoordination bzw. im Freiwilligenmanagement.
Eine Bestandsaufnahme erfolgt für die Bereiche Netzwerkentwicklung, Ehrenamtskoordination im Bereich Flucht und Migration sowie im Hinblick auf interkulturelle Prozesse. Ziel der Befragung ist es bedarfsgerechte digitale Formate zu entwickeln und die Organisationen bei der Vernetzung zu unterstützen, wie zum Beispiel Wissenstransfer für digitale Zusammenarbeit zu organisieren.
Vertreter*innen aus Verbänden und Vereinen, die im Feld des Bürgerschaftlichen Engagements tätig sind, die bezirklichen Freiwilligenagenturen sowie die Stadtteilzentren haben zusammen mit der Senatskanzlei von Berlin, insbesondere mit dem Referat für Bürgerschaftliches Engagement und Staatssekretärin Sawsan Chebli, in den Berliner Bezirken Koordinierungsstellen für ehrenamtliche Corona-Hilfe aufgebaut.
Menschen, die sich engagieren wollen und solche, die Unterstützung benötigen, können sich an die zentralen Anlaufstellen wenden und sich über Möglichkeiten für ein Engagement informieren. Im Folgenden finden Sie eine Übersicht der Koordinierungsstellen nach Bezirken:
Charlottenburg-Wilmersdorf | https://www.bringdichein-berlin.de/nachbarschaftshilfe
030 9029 14970 | nachbarschaftshilfe{at}charlottenburg-wilmersdorf.de
Friedrichshain-Kreuzberg | https://www.die-freiwilligenagentur.de
030 3116 60077 | info{at}die-freiwilligenagentur.de
Lichtenberg | https://oskar.berlin/corona-freiwillig-helfen-lichtenberg
030 90296–2233 (Hohenschönhausen) & 030 90296–2244 (Lichtenberg)| info{at}oskar.berlin
Marzahn-Hellersdorf | http://aller-ehren-wert.de/coronahilfe
030 7623 6500 | kontakt{at}fwa-mh.de
Mitte | https://freiwilligenagentur-mitte.de
030 4862 0944 | info{at}freiwilligenagentur-mitte.de
Neukölln | https://www.nez-neukoelln.de/corona-nachbarschaftshilfe-in-neukoelln
030 3250 5679 | beratung{at}nez-neukoelln.de
Pankow | www.ehrenamt-pankow.berlin
030 2509 1001 | info{at}ehrenamt-pankow.berlin
Spandau | https://huerdenspringer-spandau-nwf.unionhilfswerk.de/news-und-termine
0174 1964868 & 0174 3393535 | hsn{at}unionhilfswerk.de
Steglitz-Zehlendorf | https://corona-nachbarschaftshilfe-sz.de
030 2797 9727| kontakt{at}corona-nachbarschaftshilfe-sz.de
Tempelhof-Schöneberg | https://nusz.de/corona-nachbarschaftshilfe
030 90 277 6050 & 030 90 277 6600 | info{at}nusz.de
Treptow-Köpenick | www.sternenfischer.org
030 2435 8575 | info{at}sternenfischer.org
Reinickendorf ist noch dabei sich aufzustellen.
Wir sind derzeit nur mit einer Notbesetzung im Büro vertreten. Sie erreichen unsere Mitarbeiter*innen am besten per E‑Mail.
Wir haben berlinweit die Aufgabe übernommen, Unternehmen, die sich engagieren möchten, sowie für interessierte Menschen mit spezialisiertem Wissen, wie bspw. Personen aus Gesundheitsberufen, beratend zur Seite zu stehen. Wenden Sie sich hierzu bitte an eckhardt{at}freiwillig.info
Engagiert in der Corona-Zeit – ein Lern.Ort.Engagement
Kommentar von Carola Schaaf-Derichs, Geschäftsführerin Landesfreiwilligenagentur Berlin, Sprecherrätin im Landesnetzwerk Bürgerengagement Berlin und im Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement
Was wir alle derzeit durchzustehen und zu verarbeiten haben, ist gewaltig: die Auseinandersetzung mit der persönlichen Gesundheit oder Ansteckungsgefahr und der im sozialen Umfeld, zugleich den Verlust der gewohnten Kontakte und Abläufe durch Homeoffice, Homeschooling und unzählige virtuelle Welten als auch die zugespitzte Konfrontation mit dem gefährlichen, virulenten und eben nicht sichtbaren Pandemieprozess, weltumspannend.
Wir haben in der Landesfreiwilligenagentur Berlin seit drei Wochen alle unsere Arbeitsprozesse auf diese neue Wirklichkeit und ihre Anforderungen so gut wie möglich umgestellt. Wir sind für Sie in Ihrem Engagement in der Corona-Zeit da – im Homeoffice und doch gut vernetzt mit den aktuellen Entwicklungen und neuen Herausforderungen, die sich unserem Arbeitsfeld stellen.
Was wir aus gegenwärtigen Kontakten und Gesprächen feststellen: die wenigsten Einrichtungen und Projekte sind auf diese Ausnahmesituation vorbereitet oder dafür ausgerüstet, sowohl was ein digitales Zusammenarbeiten angeht, als auch was die Umsetzung der Aufgaben und den Einsatz der Freiwilligen betrifft. Als klare Ausnahme sind die Rettungs‑, Katastrophenschutz- und Sanitätsdienste zu nennen, die wie selbstverständlich die Freiwilligen als einen Teil der Organisation schon vorher betrachtet, geschult und nun auch geschützt haben. Damit konnten sie überaus effizient auf die personalen Umstellungen reagieren, und für ausfallende Kolleg*innen viele geschulte Ehemalige, auch Ex-Freiwillige und ‑Ehrenamtliche gewinnen.
Ein Déja-Vue entsteht im Rückblick auf den Sommer 2015 mit der riesengroßen Zahl von Geflüchteten und der viel zu geringen Zahl von fachkompetenten Initiativen und Projekten. Die Spontaneität neuer Hilfsportale und ‑angebote ist auch jetzt wieder ein unbezahlbarer Rettungsanker in schlechten Zeiten. Die Corona-Krise ist im Vergleich dazu um ein Vielfaches absoluter und schlicht überall präsent. Haben wir aus der damaligen Zeit gelernt – die richtigen Schlüsse für Prävention und Vorsorge für den „Katastrophenfall“ gezogen?
Gegenfrage: wie hätten wir uns auf diese Krise vorbereiten können? Mit neuen Netzwerken suchen Staat und Verbände neue Strukturen zu schaffen, das ist tätige Verantwortungsübernahme und überaus sinnvoll. Ein Gewinn und vielleicht ein Sprung auf die längst überfällige Ebene verbands- und einrichtungsübergreifender Zusammenarbeit im Bereich des bürgerschaftlichen Engagements.
Für die kleinen und mittelgroße Organisationen sind die erforderlichen Umbauprozesse von bisher praktischer Mithilfe vor Ort auf eine distanzwahrende Form der Unterstützung aber nur dann möglich, wenn sie für ihre Freiwilligen und Ehrenamtlichen in den Vorständen ebenso Schutzmaßnahmen realisieren können wie es sie im engeren Bereich der Gesundheitspflege geben sollte. Ein hoher Anspruch – vorwiegend bislang nur in Eigenregie machbar. Beeindruckend ist jedoch, wie viele Betriebe aus Wirtschaft und Gemeinwesen ihre Produktion auf aktuelle Bedarfe wie Atemmasken oder Schutzvisiere u.a.m. umgestellt haben, wie viele Freiwillige hier selbstgemachte Versionen einbringen und damit der größten Not die Stirn bieten.
Was mich sehr umtreibt ist die Frage nach den gesellschaftlichen Veränderungen und Umbrüchen, die aus dieser Corona-Zeit entstehen, bereits jetzt und insbesondere für die Zeit nach dem Shutdown.
Erste Spekulationen hoffen auf frühzeitige Tests für die „Immunisierten“, insbesondere die Jüngeren und Jüngsten in der Gesellschaft. Sie könnten „den Laden wieder hochfahren“, so wird gehofft. Heißt das, die Älteren und Verletzlichen, die sogenannten Vulnerablen werden zu einer gesellschaftlichen Sonderklasse, mit Sonderverordnungen bedacht und zu ihrem Schutz länger kaserniert? Wie steht es dann um unsere gesellschaftliche Solidarität – unseren Zusammenhalt – den Abbau von Angst vor den „Infektiösen“?
Wenn es derzeit darum geht, die gesellschaftlichen wie die persönlichen, die großen und die kleinen Krisen zu begreifen und zu bewältigen, dann wird sich unsere Zukunft darum drehen müssen, den Zustand der Gesellschaft nicht nur über Wirtschaft und Staat zu definieren. Was würde passieren, wenn unser derzeitiger „Gesellschaftsvertrag“ eines diversitätsorientierten und nachhaltigen Miteinanders durch Verschleißprozesse brechen könnte, wenn dies zu „Social Distancing“ zwischen den gesellschaftlichen und nun auch den gesundheitlich verschiedenen Gruppen führen würde? Wenn die gerissenen Lieferketten der Betriebe auch abgebrochene Beziehungen in den Stadtquartieren und der Nachbarschaft bedeuten könnte? Wenn rechtspopulistischer Nährboden aus der Krise gesogen wird?
Eine demokratische Gesellschaft ohne engagierte gesellschaftliche Kraft und Kräfte hat wenig Perspektive, sie braucht zu ihrem Überleben zivilgesellschaftliche Zuversicht und deren uneingeschränkte Förderung. Wir haben in den letzten Dekaden vielfältige produktive Rahmenbedingungen dafür eingeworben. Davon ist nichts zu viel gewesen – im Gegenteil. Es gilt, was beim drohenden Abbau großer Förderprogramme wie „Demokratie leben“ zu lernen war: die Zivilgesellschaft muss wie die Demokratie stets neu erstehen, sich entwickeln und weiterwachsen. Nur so kann unsere Gesellschaft nach vorne schauen: wenn wir gewiss sein können, dass wir zusammenstehen und Zivilität die lebendige Mitte der Gesellschaft ist und bleibt.
Neues aus den Projekten
Die 13. Berliner Freiwilligenbörse = online und digital
Die 13. geht viral — online als VIRTUELLE BERLINER FREIWILLIGENBÖRSE mit einem eigenen Blog. Die Vorbereitung der 13. Berliner Freiwilligenbörse waren im vollen Gange. Am 18. April erwarteten wir wieder über 100 Ausstellende und bis zu 3.000 Teilnehmende. Doch dann hat die Corona-Pandemie uns einen jähen Strich durch die Rechnung gemacht und wir mussten zum ersten Mal eine Börse absagen.
Getreu dem Motto aus der Not eine Tugend zu machen, ist die 13. Berliner Freiwilligenbörse nun als digitales Ereignis geplant: Das ganze Spektrum von Engagementmöglichkeiten der geplanten Börse finden Sie online. Zusätzliche Angebote zum Thema Engagiert in der Corona-Zeit befinden sich derzeit im Aufbau. Wir wollen Ihnen darüber hinaus vielfältige Informationen und Praxiseinblicke im Börsenblog geben.
Wir rufen Sie alle hiermit dazu auf, die 13. Berliner Freiwilligenbörse als digitales Ereignis mit zu stemmen. Verbreiten Sie unsere Beiträge über ihre Social-Media-Kanäle. Berichten Sie unter dem #BFB030 über die Möglichkeiten eines Engagements bei Ihnen in der Einrichtung. Viele Menschen sind derzeit motiviert, sich zu engagieren und informieren sich – vor allem über das Internet – über Engagementmöglichkeiten. Wir wollen jetzt gemeinsam präsent sein und hoffen viele dieser engagierten Menschen auch nach der Corona-Zeit für ein Engagement zu begeistern. Gemeinsam werden wir kreativ und machen unsere Arbeit im virtuellen Raum sichtbar.
Die Engagement-Kataloge 2020 liegen uns gedruckt vor. Gerne möchten wir dieses durchaus nachhaltige Instrument unter die interessierte Berliner Bevölkerung bringen, auch wenn derzeit nicht alle darin gelisteten Engagementmöglichkeiten realisiert werden können. Wenn Sie Interesse an Katalogen haben, so senden wir sie Ihnen gerne zu. Bis zu sieben Exemplare können wir problemlos als Päckchen versenden. Schreiben Sie uns bei Interesse eine E‑Mail an: ottensmann{at}freiwillig.info
Beratungsforum Engagement für Geflüchtete (BfE)
Die Angebote des Beratungsforums Engagement für Geflüchtete sind durch die notwendigen Einschränkungen in Teilen betroffen, denn wir mussten die Präsenzveranstaltungen absagen. Was aber weitergeht, sind die persönlichen Beratungen von Ehrenamtskoordinator*innen und Kooperationspartner*innen, per Mail und auch telefonisch.
Digitale Alternativen für die Module der Fortbildungsreihe BfE-Freiwilligenkoordination, für die Werkstatt und die Jour Fixe der Regionen sind in Planung. Auf seiner Webseite, per Twitter und Mailings informiert das BfE zu aktuellen, für die Ehrenamtskoordination und die Unterkünfte relevanten Entwicklungen und Angeboten und stellt Arbeitsmaterialien zur Verfügung. Frisch erschienen ist ein digitaler Leitfaden zur Selbstfürsorge mit Tipps und Entspannungstechniken, verfasst von unserer neuen Kollegin Julie Jankovic, die nicht nur Ehrenamtskoordinator*innen guttun.
DiNa-Treff
Alle geplanten Präsenzveranstaltungen unseres Kooperationspartners Digitale Nachbarschaft finden derzeit nicht statt. Doch die Digitale Nachbarschaft hat ihr Angebot nun komplett digital zugänglich macht. Bereits am 03. April fand ein Nachmit-Talk zum Thema (2) Webinare statt. Es folgen weitere Themen im Rahmen dieser Webinar-Reihe: (3) Instant Messaging sowie (4) Zusammenarbeit in Projekten. Die Webinare werden wiederholt, daher gibt es noch einmal Gelegenheit die versäumten Themen nachzuholen.
Hier gibt es mehr Infos: https://www.digitale-nachbarschaft.de
Weitere Angebote im 1. Halbjahr 2020:
Webinar-Reihe Nachmit-Talk:
(3) Do., 09. April 2020, 15 Uhr: Instant Messaging
(4) Termin wird noch angekündigt: Zusammenarbeit in Projekten
Digitale Mittagspause
#11 | Di., 12. Mai 2020, 13:00 Uhr: Dein Verein und seine Mitglieder: Gemeinsam im Netz: Geräte absichern, Informationen sammeln und Netzwerke teilen
#12 | Di., 16. Juni 2020, 13:00 Uhr: Dein Verein und seine Mitglieder: Mitgliederdaten: Schützen, verwalten und verwenden
Digitale Sprechstunde
Sie haben Fragen rund um das Thema DSGVO, dann sind Sie bei der Digitalen Sprechstunde genau richtig. Wann?
#3 | Mi., 22. April 2020, 13:00 Uhr
Freiwillig engagiert: LSBTIQ*
Bedingt durch die Corona-Pandemie ist auch das Angebot der engagierten Queeren Community eingeschränkt. Wir haben für Sie eine Übersicht aktueller Angebote erstellt. Persönliche Beratungen finden derzeit nicht mehr statt, aber fast alle Beratungsangebote sind auf E‑Mail, Telefon und zum Teil Chats umgestellt worden. Hier gibt es die Übersicht als PDF zum DOWNLOAD.
Was über das Beratungsangebot hinaus in der Queeren Community in Zeiten der Corona-Krise geleistet wird, können Sie hier im Blog der Berliner Freiwilligenbörse nachlesen.
Lebendige Nachbarschaften – LeNa
2019 haben wir unsere Befragung und Beratung von Stadteilzentren und Freiwilligenagenturen zum Stand der Interkulturellen Öffnung fortgesetzt. Ein besonderer Fokus lag dabei auf der IKÖ-spezifischen Analyse der strukturellen Ebene in der Organisations- und Personalpolitik. Die in der lebendigen Praxis vor Ort gewonnenen Ergebnisse werden im Fachkreis IKÖ vorgestellt und diskutiert.
Der nächste Durchlauf der Qualifizierung von Promotor*innen zur Interkulturellen Öffnung startet im September. Bei Interesse an einer Teilnahme wenden Sie sich bitte an die Projektkoordinatorin Leyla Ibrahimova: ibrahimova{at}freiwillig.info
Einblicke in die 23 abgeschlossenen Praxis-Beratungen zur IKÖ, O‑Töne der Interviewten, Erkenntnisse aus dem von uns angebotenen interkulturellen Gruppencoaching und gesetzliche Neuerungen zur diversitätsorientierten Organisationsentwicklung wurden vom Projektteam in Form des zweiten LeNa-Handbuches aufbereitet. Die Publikation ist online für alle Interessierten zugänglich und kann auch als Broschüre bei Leyla Ibrahimova bestellt werden.
Aktuelles aus der Netzwerkentwicklung
Landesnetzwerk Bürgerengagement Berlin
Rückblick:
Am 22. Januar fand der vierte Neujahrsempfang des Landesnetzwerks Bürgerengagement Berlin statt. Wir danken dem Ehrenamtsbüro Tempelhof-Schöneberg für ihre erneute Gastgeberschaft im Rathaus Schöneberg ganz herzlich.
Bei der spannenden Runde zum Thema “Was lehrt die Zivilgesellschaft – was lernen wir miteinander – voneinander?” mit Sawsan Chebli (Staatssekretärin für Bürgersch. Engagement und Internationales), Jeff Kwasi Klein (Migrationsrat Berlin), René Mühlroth (Unternehmensnetzwerk Großbeerenstraße) und Stefanie Dilger (ehemals Offene Gesellschaft | Aufstand der Ideen) wurden gesellschaftspolitische Chancen und Herausforderungen für die diversitätsorientierte und offene Berliner Zivilgesellschaft diskutiert:
Alle Beteiligte auf dem Podium betonten, wie sehr sie sich persönlich und mit ihren Initiativen bzw. Unternehmen für eine demokratische und auf Vielfalt ausgerichtete Gesellschaft einsetzen wollen.
- Sawsan Chebli wies auf die Wichtigkeit hin, die Engagementstrategie in diesem Sinne voranbringen. Die Zivilgesellschaft sei das „Betriebssystem“ der demokratischen Gesellschaft.
- Jeff Kwasi Klein unterstrich die aktive Verantwortung, die Migrant*innenselbstorganisationen für das gesamtgesellschaftliche Zusammenleben übernehmen. Sie sind nicht nur Expert*innen für Diskriminierungsformen. Ihre Beiträge würden bisher oft zu wenig gesehen und anerkannt.
- René Mühlroth führte aus, dass rechtspopulistischem und rechtsextremem Gedankengut auch aufklärend in Betrieben und Unternehmen im Sinne eine Unternehmenshaltung entgegengewirkt werden kann. Mit der Initiative „Netzwerk mit Courage – Gegen Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung!“ Positioniert sich das Netzwerk Großbeerenstraße für Toleranz, Vielfalt und ein friedvolles Miteinander.
- Stefanie Dilger, letztes Jahr noch aktiv bei „Die offene Gesellschaft“, bilanzierte wie schädlich die Einstellung von Fördergeldern für Demokratie stärkende Projekte wirkt.
Nach diesen nachdenklich stimmenden Perspektiven folgte eine kreative Speaker-Corner mit fast 20 Beiträgen, die voller Tatendrang für das Jahr 2020 steckten.
Blick nach vorn:
Das Landesnetzwerk unterstützt den Aufruf des Landes Berlin, Menschen in Ihrer Nachbarschaft zu helfen, die ihre Wohnung nicht mehr verlassen können. Es werden Hilfen bei Apothekengängen, beim Dolmetschen, Einkaufen, telefonischen Besuchsdiensten und beim Kümmern um Haustiere gesucht.
Hilfeangebote und Hilfegesuche werden derzeit vermittelt über:
- de mit Hotline (0800) 8665544 und
- Bezirkliche Koordinierungsstellen:
Mitgliedsorganisationen des Landesnetzwerkes unterstützen bei „Corona – Berlin hilft!“ mit großem Einsatz. Aktuelle Informationen finden Sie unter http://berliner-freiwilligenboerse.de/blog-coronazeit/ und www.berlin.de/buergeraktiv
Bedarfsgerechte Umstellung der Arbeit für die Netzwerkentwicklung
Derzeit kontaktieren wir unsere Netzwerkpartner*innen und informieren uns über die Gesamtsituation, erfragen aktuelle Bedarfe und evaluieren die Bedeutung des Freiwilligenmanagements in der Corona-Zeit. Wir bitten Sie hiermit um Ihre aktive Mitwirkung. Anhand der Ergebnisse möchten wir unsere Angebote an den aktuellen Bedarf anpassen.
Fachkreis Interkulturelle Öffnung (IKÖ)
Der Fachkreis IKÖ, der in enger fachlicher Kooperation mit dem Projekt LeNa durchgeführt wird, traf sich am 26. Februar zum sechsten Mal im Rathaus Charlottenburg zu fachlicher Diskussion, wechselseitigem Austausch und Netzwerkentwicklung. Gemeinsam wurde der Jahresplan für 2020 abgestimmt.
Leon Godeffroy, Integrationsbeauftragter von Charlottenburg-Wilmersdorf, diskutierte mit den etwa 50 Teilnehmenden über aktuelle Aufgaben, die Stellungnahme zu den neuen Berliner Gesetzinitiativen (PartIntG & LADG) und über das im Fachkreis entwickelte Positionspapier IKÖ. Herr Godeffroy schilderte die konkreten, geplanten Handlungsschritte zur Umsetzung von IKÖ im seinem Bezirksamt und betonte, dass Interkulturelle Öffnung die größte Herausforderung des nächsten Jahrzehnts sei und mit entsprechenden Ressourcen sowie Konzepten hinterlegt werden müsse.
Des Weiteren wurde ein neu gestartetes bundesweites Projekt der Akademie für Ehrenamtlichkeit für „Interkulturelle Engagementberater*innen“ präsentiert und wir möchten auch Sie herzlich dazu einladen, neue innovative Projekte mit IKÖ-Bezug im Fachkreis vorzustellen. Das nächste Fachkreistreffen findet am 10. Juni statt. Wir informieren Sie rechtzeitig, ob wir Sie zu einer Digitalkonferenz oder Präsenzveranstaltung einladen. Bei Interesse an der Vernetzung und Mitwirkung im Fachkreis kontaktieren Sie bitte die Ansprechpartnerin Leyla Ibrahimova | ibrahimova{at}freiwillig.info
Fachkreis Freiwilligenmanagement
Leider waren wir gezwungen, den ersten Termin am 26. März abzusagen. Das Thema “Selbstmanagement” ist uns jedoch wichtig und wir werden es bei einem späteren Fachkreistreffen aufgreifen.
Der nächste Fachkreis findet vermutlich am 2. Juni statt und wir veranstalten diesen gemeinsam mit dem Arbeitskreis Freiwilliges Engagement des PARITÄTISCHEN Berlin. Wir möchten das Thema “Corona und die Bedeutung für das Freiwilligenmanagement” aufgreifen. Derzeit können wir jedoch noch keine Aussage darüber treffen, in welchem Format wir den Fachkreis veranstalten werden, ob virtuell oder im persönlichen Treffen. Wir werden Sie zeitnah informieren!
Ansprechperson: Susanne Eckhardt | eckhardt{at}freiwillig.info
Termine
- DiNa-Webinar am 09. April, 15 Uhr: Nachmit-Talk zum Thema (3) Instant Messaging
- Virtuelle 13. Berliner Freiwilligenbörse, Rotes Rathaus vom 18. April bis zum 16. Mai
- Juni, 09 – 12 Uhr: Fachkreis Freiwilligenmanagement
- Juni, 14 – 16 Uhr: 7. Sitzung des Fachkreises IKÖ
- Juni, 14 – 17 Uhr: 55. MV des Landesnetzwerk Bürgerengagement Berlin
- –20. September: 10. Berliner Engagementwoche und 16. Aktionswoche BBE
- September, 14 – 17 Uhr: 56. MV des Landesnetzwerk Bürgerengagement Berlin und „Internationaler Tag der Demokratie“, Senatskanzlei BE
- IKÖ-Promotor*innen-Ausbildung des Projekts Lebendige Nachbarschaften
22. & 23. September; 29. & 30. Oktober und 24. & 25. November - Oktober, 10 – 16 Uhr: 5. Fachkonferenz Freiwilligenmanagement, Rotes Rathaus
- November, 14 – 17 Uhr: 57. MV Landesnetzwerk Bürgerengagement Berlin
- November, 10 – 16 Uhr: 11. Berliner Stiftungstag, Rotes Rathaus
Die Landesfreiwilligenagentur digital
Corona schafft schlagartig neue soziale Bedarfslagen, macht alte brisant. Vorhandene Hilfsangebote geraten an Grenzen, Initiativen lassen neue entstehen. Unser Jahresmotto #LernOrtEngagement füllt sich in ungeahnter Weise mit Leben. Wir informieren in dieser #CoronaZeit laufend auf @engagiert030.
Zusätzlich dokumentieren wir auf unserem Blog zur Berliner Engagementwoche Tweets mit diversen Informationen rund um freiwilliges Engagement und seine Bedingungen, sein Umfeld in dieser auch zivilgesellschaftlich herausfordernden #CoronaZeit.
Spenden
Sie finden unsere Arbeit gut? Wenn Sie unsere Arbeit unterstützen möchten, können Sie dies gern mit einer Spende auf nachstehendes Konto tun.
Kontoinhaber: Landesfreiwilligenagentur Berlin e.V.
Geldinstitut: Bank für Sozialwirtschaft
IBAN: DE65 1002 0500 0003 3095 00
BIC: BFSWDE33BER
Verwendungszweck: Spende Landesfreiwilligenagentur Berlin e.V.
Siehe auch: http://landesfreiwilligenagentur.berlin/spenden/
Auf Wunsch stellen wir Ihnen gern eine Zuwendungsbestätigung (Spendenquittung) aus. Teilen Sie uns dafür bitte Ihre Anschrift mit (per E‑Mail an ottensmann{at}freiwillig.info)
Für Nachfragen wenden Sie sich bitte an uns.
Wir hoffen, Ihnen hat unser Newsletter gefallen.
Schöne Grüße!
Katrin Ottensmann (Redaktion)
und das Team der Landesfreiwilligenagentur Berlin
Impressum:
Landesfreiwilligenagentur Berlin e. V. | Schumannstraße 3 | 10117 Berlin http://landesfreiwilligenagentur.berlin/impressum
Redaktionelle Leitung: Carola Schaaf-Derichs (V.i.S.d.P.) | schaaf-derichs{at}freiwillig.info
Hier gehts zur Anmeldung für unseren Newsletter: http://landesfreiwilligenagentur.berlin/newsletter
Für die Abmeldung vom Newsletter und unseren Infomails senden Sie bitte eine Mail an: ottensmann{at}freiwillig.info
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Landesfreiwilligenagentur Berlin | Newsletter #4
aktualisiert 04.03.2021